Marketenderinnen

Marketenderinnen sind ein sehr wichtiger Bestandteil einer Schützenkompanie. Sie sind nicht nur für den Schnapsverkauf zuständig und marschieren neben dem Hauptmann, immer öfter übernehmen sie auch wichtige Aufgaben und Funktionen im Ausschuss der Schützen und sind dort auch nicht mehr weg zudenken.

In der Geschichte gehörten bereits früh sowohl männliche als auch weibliche Marketender selbstverständlich zum Tross der antiken, spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Heere. Fast jedes Fähnlein der Landsknechte hatte im Mittelalter einen eigenen Marketender, der die Soldaten als Händler mit Lebensmitteln versorgte. Ungeachtet dessen gab es diesen Beruf auch in späterer Zeit, so z. B. als "vivandiere“ unter Napoleon während des Russlandfeldzugs 1812 bis zum Ersten Weltkrieg 1914–1918.

Starke Frauen hat es in Tirol immer schon gegeben, nur wenige sind allerdings historisch in Erscheinung getreten. Dies liegt in erster Linie an den historischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Margarete von Tirol, Katharina Lanz (das Mädchen von Spinges), das Thinner Gretele, das mit anderen Mädchen Latzfons verteidigte, Josefine Negrelli, Therese von Sternbach, Anna Hofer und unzählige andere. Ihre Bedeutung im Werden unseres Landes, im Aufbau und in der Verteidigung von Tirol, lag nur in wenigen Einzelfällen in militärisch-operativen Aufgaben, sondern hauptsächlich in verlässlicher Arbeit im Hintergrund, im zähen Ringen um Familie und Hof, wie es eben in der Vergangenheit den Frauen zugedacht war.


Tausende Frauen haben in allen Kriegen und Konflikten in ganz anderer Weise ihre Wehrhaftigkeit bewiesen. Frauen haben als tragende Säule unserer Gesellschaft einen festen Platz im Tiroler Schützenwesen, heute mehr als jemals zuvor. Das ist keine neue Erkenntnis. Das war immer so, weil es aber eine Selbstverständlichkeit ist, wurde nie viel darüber geredet oder geschrieben und es ist dies mancherorts und zu mancher Zeit in Vergessenheit geraten. Seit jeher sind Frauen – meist eben Lebenspartnerinnen, Ehefrauen oder Mütter von Schützen, Jungschützen und Marketenderinnen – ein unverzichtbarer Teil des Schützenwesens, meist unbeachtet und vielfach nicht bedankt. 

Der Respekt vor den Traditionen gebietet uns, diese auch laufend in Erinnerung zu rufen, lokale bis landesweite Gegebenheiten zu hinterfragen und gelegentlich zu unterstützen und aufzuklären. Nicht alles was in Teilen unseres Landes üblich geworden ist, ist auch ein Brauch, nicht alles beruht auf Traditionen, sondern gelegentlich auch einmal auf Eitelkeiten von Einzelpersonen. Darüber hinaus sind wir auch aufgerufen, gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen, Orientierung zu geben und Leitlinien von Zeit zu Zeit neu zu formulieren. Dies bedeutet keine Abkehr von Traditionen, sondern eine Rückbesinnung auf die Ursprünge, auf das Wahre und somit Stärkung des Schützenwesens.


 

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